Klimawandel und das Recht auf Nahrung
Der Klimawandel und seine Folgen haben immense Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen. Zunehmende Wetterextreme wie Fluten und Dürren vernichten Ernten, der steigende Meeresspiegel bedroht die küstennahe Landwirtschaft und gleichzeitig werden die globalen Trinkwasserreserven knapper. Bereits heute leiden mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger und Mangelernährung.
Doch nicht nur der Klimawandel selbst, sondern auch Maßnahmen dagegen beeinflussen das Recht auf Nahrung. Und das auf oftmals sehr unauffällige Weise. Der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter macht immer wieder auf reale und mit Klimapolitik verbundene Menschenrechts-verletzungen aufmerksam. So gibt es Projekte bei denen die lokale Bevölkerung von ihrem Land vertrieben wurde, um Platz für Aufforstungsprojekte oder Plantagenwirtschaft mit Eukalyptusbäumen zu schaffen, die die Treibhausgasemission der Industrieländern kompensieren sollten. De Schutter fordert deshalb, dass der Menschenrechtsansatz konkrete Implikationen für die Maßnahmen zur Bekämpfung und Anpassung an den Klimawandel haben muss.
Die aktuelle Studie(Download als PDF, 160 Seiten, 2 MB) der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Human Rights Institute der Columbia Law School „Klima-wandel und das Recht auf Nahrung“ analysiert die Folgen des Klimawandels auf die Umsetzung des Rechts auf Nahrung und gibt Empfehlungen, wie beide Agenden besser zusammengeführt werden können.
Dazu gehört beispielsweise ein verstärkter Fokus auf Belange der Ernährungssicherung bereits bei der Datenerhebung sowie die Ernennung eines UN-Sonderbeauftragen für Klimawandel und Menschen-rechte, dessen Aufgabe es ist internationale Maßnahmen zur Anpassung und Bekämpfung des Klimawandels auf die Verträglichkeit mit dem Recht auf Nahrung überprüft und bei auftretenden Problemen Lösungsvorschläge zu erarbeiten.
Die Autoren der Studie plädieren für ein Klimaregime, das auf Gleichbehandlung und Gerechtigkeit beruht und in einem kooperativen Ansatz Klimapolitik und das Recht auf Nahrung verbindet.