Immer wieder steht die Landwirtschaft im Mittelpunkt der Verhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO) zur Gestaltung eines multilateralen Rahmenabkommens für den internationalen Warenaustausch. Doch die angestrebten Reformen bedeuten nichts Gutes für die Zukunft der Landwirtschaft weltweit. Es ist vielmehr abzusehen, dass sie die schwierige Lage von Kleinbauernfamilien und bäuerlichen Betrieben sowie die Ernährungsunsicherheit in der Welt weiter verschärfen und zu einer noch stärkeren Belastung der globalen Ökosysteme führen werden. Angesichts dieser Entwicklung zeigt der Bericht neue politische Perspektiven und Instrumente für ein Handelssystem auf, das den Armen eine wirkliche Chance bietet, die Umwelt schützt und den Übergang der Landwirtschaft in ein post-fossiles Zeitalter unterstützt.
In einem zwei Jahre andauernden Diskussions- und Konsultationsprozess, dem EcoFair Trade Dialogue, der auf allen Kontinenten der Welt stattfand, wurden alternative Konzepte eines internationalen Agrarhandelssystems mit Vertretern und Vertreterinnen von Bauernorganisationen, Nicht-Regierungsorganisationen, Ministerien, Parlamenten, internationalen Organisationen und der Wissenschaft erarbeitet. Es ist an der Zeit, einen Paradigmenwechsel zu erreichen und Verhandlungen um ein multilaterales Abkommen für nachhaltigen Welthandel einzuleiten. Dieser Bericht versteht sich als ein Beitrag dazu.
Slow Trade – Sound Farming
Handelsregeln für eine global zukunftsfähige Landwirtschaft
Autoren Wolfgang Sachs und Tilman Santarius in Zusammenarbeit mit Souleymane Bassoum, Daniel De La Torre Ugarte, Gonzalo Fanjul Suárez, Anna Luiza Ferreira Pijnappel, Arze Glipo, Aileen Kwa, Hannes Lorenzen, Sophia Murphy, Oduor Ong’wen, Rita Schwentesius Rindermann;
Hrsg. Heinrich Böll Stiftung/ misereor: Berlin 2007, 96 Seiten,
ISBN 978-3-88916-272-4