In keinem anderen Handelsbereich, der derzeit innerhalb der WTO diskutiert wird, treten unterschiedliche Interessen so unversöhnlich gegeneinander auf wie in der Landwirtschaft – mit Konfliktlinien, die praktisch überall verlaufen. Der Eco Fair Trade Dialogue, initiiert von der Heinrich Böll Stiftung in Zusammenarbeit mit misereor und unterstützt durch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, hat das Ziel, diese Debatte über den Rahmen der WTO und das ladwirtschaftliche Handelssystem hinaus zu führen. Obwohl es ein weitverbreitetes „Nein“ gegenüber der neoliberalen Handelsagenda zu geben scheint, gibt es noch immer kein gemeinsames Verständnis dafür, wie eine künftige Agenda auszusehen habe.
Der Eco Fair Trade Dialogue möchte einen kohärenten Reformvorschlag erarbeiten, der den sozialen und ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts für eine globale Landwirtschaft gerecht wird. Die normative Basis für einen solchen Vorschlag bilden ökonomische, soziale und kulturelle Menschenrechte, ökologische Nachhaltigkeit und Geschlechterdemokratie. Außerdem strebt das Projekt an, normative, zivilgesellschaftliche Forderungen (sog. „Guiding Priniples“) mit politischen Entscheidungsprozessen (Instrumenten) zu verbinden, um so den politischen Entscheidungsfindungsprozess bei Fragen des Agrarhandels mittel- und langfristig zu beeinflussen.
Der Eco Fair Trade Dialogue behandelt Maßnahmen, die in die derzeitige Struktur der WTO-Handelsvereinbarungen eingebunden sind, wie etwa Tarife und Subventionen, und blickt darüber hinaus über den Tellerrand des derzeitigen Handelssystems hinaus. Mögliche Annäherungen für Handelsregulationen beinhalten ein Zuliefermanagement, qualifizierten Marktzugang und Handelsvereinbarungen. Das Projekt besteht aus drei Phasen, in denen jeweils unterschiedliche Dialogforen eine zentrale Rolle spielen.